LEBENSWERTES Klaus / GRÜNE

Rodungen im "Hinteren Tschütsch"

Zum "Hinteren Tschütsch" haben wir schon vor der Sitzung folgende Fragen gestellt, die dann auch in der Sitzung gleich beantwortet wurden:

Wir haben zu den Rodungen eine Presseaussendung gemacht und fordern eine Wiederaufforstung der gerodeten Flächen.

Moratorium für die Landesgrünzone

Aufmerksame BürgerInnen befürchten gegen Ende der Regierungsperiode und der Amtszeit von Landesrat Rüdissser eine Welle von Umwidmungen aus der Grünzone. Noch in der Schwebe sind mehrere ha für die Red Bull Abfüllung durch Rauch/Ball im Walgau.

14 Bodenschutz-Organisationen sagen Stopp: Keine weiteren Entnahmen aus der Landesgrünzone für fünf Jahre! Mit dabei sind: Verein Bodenfreiheit, Landwirtschaftskammer, Initiative vau|hoch|drei, Naturschutzbund, Naturschutzrat, Alpenverein, Alpenschutzverein, Lebensraum Weiler, Initiative Ludesch, BIO AUSTRIA Vorarlberg, Verein Konsumentensolidarität – Jetzt ... Sie haben gemeinsam einen Forderungskatalog an die Vorarlberger Landesregierung beschlossen. Unterstützt werden sie dabei von der Österreichischen Hagelversicherung. Wer diese Forderung nach einer Nachdenkpause für die Grünzone unterstützen will, schickt eine E-Mail-Nachricht mit Absender und Forderung an moratorium@bodenfreiheit.at

Mehr dazu: Lebensraum-Weiler - Verein Bodenfreiheit - Initiative Ludesch

Klima-Aktiv in Klaus

Noch bevor Bürgermeister Werner Müller die Anregung zu mehr Maßnahmen der Gemeinde und der BewohnerInnen hier gelesen hat, hat er in der aktuellen Gemeindeinformation Juli/August den Klimaschutz zum Thema gemacht. Herzlichen Dank!

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Vorschläge, um diese Liste zu erweitern:

Klimaschutz und Artenvielfalt

Der Klimaschutz war und ist auf der Webseite von Lebenswertes Klaus das wohl häufigste Thema. Man musste schon 2015 nicht besonders visionär sein um zu erkennen, dass es sich dabei neben Frieden und Gerechtigkeit um das wichtigste Thema, um ein Überlebensthema handelt. Fakt ist, dass der Zusammenhang zwischen diesen drei Themen immer größer wird.

Mittlerweile ist viel passiert, die Sommer werden immer noch wärmer, der Juni 2019 wird der wärmste in der Messgeschichte werden. Es gibt die Friday for Future Bewegung, Österreichs Maßnahmenkatalog der türkis blauen Regierung (derzeit nicht im Amt) wurde von der EU als nicht ausreichend klassifiziert.

Klimapetition

Rudi Anschober, Umweltlandesrat in OÖ ruft gemeinsam mit weiteren Umweltlandesräten, Wissenschaftlern und Künstlern zur Unterzeichnung einer Klimapetition auf.

https://www.klimaschutzjetzt.at

Es heißt auf dieser Webseite unter anderem "Klimaschutz beginnt in der Gemeinde". Vielleicht gelingt es jetzt doch, das Thema in der Klauser Gemeindepolitik aufzuwerten. Noch ist Klaus keine e5 Gemeinde, noch gibt es in Klaus keinen Energiebericht, noch gibt es kaum nennenswerte Werbung für den persönlichen Beitrag der Bürger und Bürgerinnen. Die von uns initiierte Mobiltätskarte war ein Versuch, den Verzicht auf die tägliche Autofahrt als möglich und notwenig zu bewerben.

In Gesprächen hört man immer wieder als Argument gegen den persönlichen Beitrag: "Mein Beitrag wird und kann die Welt nicht retten". Das ist richtig. Man muss aber nicht lange nachdenken, um zu begreifen, dass diese Argumentation uns jede Chance auf Veränderung nimmt. Die Volksschule Weiler hat "Plastik vermeiden" als Jahresthema. Dazu war kürzlich ein Vortrag von Frau Corinna Amann. Sie hat vor 4 Jahren mit ihrer Familie einen Selbsversuch zu "plastikfreier leben" gestartet und meint zu diesem Argument: "Sei Teil der Lösung und nicht Teil des Problems".

Auch der Beitrag einer Gemeinde wird die Welt nicht retten. Der große Wurf muss über einen radikalen Umbau des Steuersystems und Kostenwahrheit für den Verkehr kommen. Und da vermissen wir den Druck der größtenteils ÖVP-nahen Bürgermeister und der Landesregierung auf die Bundesregierung und die EU. Leider hat sich die ÖVP an den jungen Teflon-Jungstar Kurz verkauft.

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Eindrücke von einer kurzen Wanderung

1) Gerodete Waldinseln am Tschütsch

Das bedeutet aber auch, wir müssen um jeden Baum, der auf Dauer verschwindet, kämpfen. Sie erinnern sich an die "erzwungene" Rückwidmung am Tschütsch. Damals hat der Gemeindevorstand in einem Schreiben (27. Oktober 2012) zur bevorstehenden Volksabstimmung geschrieben: "Im Gegensatz zur damaligen Widmung bedeutet die Widmung im Sinne eines Kompromisses den Erhalt von mehr als 1/3 der Gesamtfläche als Freifläche bzw. Grünland und Wald. (...... und Widmung einer eigenen Waldinsel - 1595 m²)." Das ist die größere Insel rechts.

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Bis auf je einen symbolischen 2-fach bzw. 3-fach Stamm sind die Waldinseln mittlerweile gerodet. In der GV-Sitzung am 3. Juli werden wir erfahren, was da passsiert ist.

2) Urwaldfeeling in der Tschütsch-Gasse

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3) Bepflanzung auf Gemeindegrund (im Plattner)

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Wir haben diese Bepflanzung angeregt. Da werden nicht alle ein Plus vergeben. Fakt ist, das intensiv landwirtschaftlich genutzten Wiesen nicht mehr besonders reich an Arten und damit an Blüten sind, die Insekten diese Vielfalt aber brauchen. Zu diesem Thema war, organisert von Manfred Vith, kürzlich im Rahmen einer Versammlung von Birdlife ein interessanter Vortrag zu hören. Inhalt: Bemühungen in der Schweiz, durch Brachflächen die Artenvielfalt wieder zu erhöhen. Mehr...

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Da gedeiht ein schon zurückliegendes Projekt der Gemeinde Klaus in schönster Pracht.

EU-Wahl 2019 - Resultat für Klaus

Das Resultat für Klaus, ohne Wahlkarten (Quelle: Der Standard, Statistik Austria):

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Herzlichen Dank! Es freut uns die deutliche Zunahme der Wahlbeteiligung und natürlich auch das Resultat für die Grünen. Vielleicht bekommt der Klimaschutz doch eine Chance. In Deutschland haben die Grünen ihre Stimmen  verdoppelt.

EU-Wahl am 26. Mai - Flyer der Grünen

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Friday for Future

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Flächenverbrauch und Bodenversiegelung 3

Seit 1. März ist das neue Vorarlberger Raumplanungsgesetz gültig. Es bringt, leider viel zu spät, einige Neuerungen, die Bodenverbrauch und Spekulation einschränken sollen. https://vorarlberg.at/web/land-vorarlberg/raumplanung

Derzeit laufen die Verfahren zur Herausnahme von Flächen aus der Grünzone in Fußach (Alpla) und im Walgau (Red-Bull-Abfüllung). Auflageverfahren Walgau

 

Ansichts-Karten zum Thema (Quelle: Grüne - Vorarlberg):

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Flächenverbrauch und Bodenversiegelung 2

Kürzlich hat sogar das Profil (Ausgabe 7/2019) unter dem Titel "Betoniergehabe" über den immer noch sorglosen Umgang mit Grund und Boden in Österreich berichtet. https://www.profil.at/shortlist/wissenschaft/bauen-betonland-oesterreich-10590355

Die Gemeinde Klaus hat ihr Teil-REK für das Betriebsgebiet leider immer noch nicht fertig. Inititiiert wurde es im Jahre 2015, weil ein Unternehmer Pläne für ein Hochregallager vorgestellt hat.

Jetzt gibt es eine Baueingabe der Firma Pratopac für einen Erweiterungsbau mit Hochregallager, über den die BH Feldkirch entscheiden wird. Am 5. April ist die Bauverhandlung. Es freut uns für die Firma, dass sie erfolgreich ist und deshalb ihre Produktions- und Lagerkapazitäten erweitern will. Was uns weniger freut ist, dass auf sparsamen Umgang mit Grund und Boden bei den Parkflächen zu wenig Wert gelegt wird.

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Der folgenden Text wurde nach einem Gespräch, zu dem uns der Bauwerber eingeladen hat, um einige Informationen aus diesem Gespräch ergänzt, diese Teile sind kursiv gesetzt. Zudem ist die Zahl der Mitarbeiter am Standort richtig gestellt worden.

Uns irritiert und ärgert, dass kurz vor Abschluß eines REK für das Betriebsgebiet, dessen Resultat auch Bebauungsvorschriften (Höhen, Untergeschoße, Parkplätze, Grünflächen, Versiegelung) sein müssen, noch ein Projekt möglich ist, für das diese neuen Rahmenbedingungen noch nicht gelten. Im Vorentwurf ist z.B. enthalten, dass für neue Projekte nur noch 30 offene Parkplätze zulässig sind.

Warum das möglich war, soll auch eine Anfrage von GV Heinz Vogel an den Bürgermeister und Vizebürgermeister klären. Er will wissen, ab welchem Zeitpunkt die beiden über das Erweiterungsprojekt der Firma Pratopac informiert waren.

Ein Vorschlag, im Einvernehmen mit dem Bauwerber das Projekt bis zur Fertigstellung eines Bebauungsplanes, der in 3 Monaten fertig sein könnte, zu verschieben, wurde in der Sitzung von der Bürgermeisterfraktion verworfen.

Abgestimmt wurde dann auf der letzten Sitzung über folgenden Antrag von BM Werner Müller:

Zum Projekt der Firma „pratopac" liegen sowohl vom Gestaltungsbeirat wie auch von Planungsbüro Dl Falch grundsätzlich positive Stellungnahmen vor. Auch der Sachverständige für Raumplanung des Landes Herr Dl Felix Horn hat sich grundsätzlich positiv zum geplanten Projekt geäußert. (Liegt noch nicht schriftlich vor!).

Auf Grund der vorliegenden Stellungnahmen, die auch als solche an die BH weitergeleitet werden, kann das Projekt aus Sicht der Gemeinde Klaus befürwortet werden.

Bei der BH Verhandlung wird noch eine ergänzende Stellungnahme zur Beleuchtung der Werbeanlage (zeitliche Begrenzung in den Nachtstunden) abgegeben werden! Eine Ausführung von 1-2 Untergeschossen soll geprüft werden.

Der Antrag wird mit 21:2 Stimmen mehrheitlich angenommen.

Ein Antrag, der dieses Projekt in der eingereichten Form (wegen den fehlenden Untergeschoßen, den aberwitzig überdimensionierten Parkflächen und dem beträchtlichen Güterverkehr außschliesslich über die Straße ablehnt) würde in Klaus derzeit keine Mehrheit finden.

Der Politik fehlt auf allen Ebenen der Mut, dem Irrsinn des Flächenverbrauchs, den immer noch steigenden CO2 Emissionen, dem Plastikmüll etc. massiv gegenzusteuern. Die Wirtschaft und auch die Mehrheit der Konsumenten machen das nicht freiwillig, sondern nur wenn der Rechenstift es zulässt.

Flächenverbrauch und Bodenversiegelung 1

In der Regio Vorderland soll noch heuer ein gemeinsames regionales Entwicklungskonzept gestartet werden. Das ist nicht zuletzt auch eine Folge des mißglückten Ölz-Projektes in Weiler. Kürzlich waren die GV dieser Gemeinden zu einer Veranstaltung eingeladen, auf der eine in Auftrag gegebene Studie zur Eignung von Betriebsgebieten für ein sogenanntes "Interkommunales Betriebsgebiet" präsentiert wurde. Die Idee ist, ein (neues) Betriebsgebiet zu widmen, dessen Kommunalsteuer dann auf die beteiligten Gemeinden aufgeteilt wird. Bewertet wurden zwei Gebiete, die schon im Rahmen der Vision Rheintal als mögliche Gebiete genannt wurden (Zwickel und Spange) und das von der Gemeinde Weiler zur Umwidmung eingereichte Gebiet für das Ölz-Projekt (Antrag).

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Alle Gebiete sind in der Landesgrünzone.

H. Vogel und K. Zeiner waren bei der Präsentation dabei und stellten dort, bzw. sich u.a. folgende Fragen:

  1. Wäre es nicht sinnvoll, zuerst die Gemeindebürger*innen einmal zu fragen, ob sie wirklich noch weitere Betriebsgebiete aus der Grünzone widmen wollen, sollen, müssen. In Weiler scheint die derzeitige GV überzeugt davon zu sein.
  2. Wo ist gegenüber dem, was wir eh wissen, der Mehrwert dieser Studie?
  3. Sehen wir das richtig: Weil die Gemeinden sich nicht vorstellen können, Kommunalsteuer aus bereits existierenden Betriebsgebieten in einen Topf zu werfen, will man neue Betriebsgebiete widmen?

 

Wenn dieses "Regionale Räumliche Entwicklungskonzepte (regREK)" dann wirklich startet, hoffen wir auf reges Interesse der Gemeindevertreter*innen und Bürger*innen! Das könnte spannend werden.

 

Das Resultat der Bewertung durch das Büro Rosniak und Partner:

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Mobilitätswende voranbringen

Wie aktuell die Themen der Mobilitätskarte sind, zeigt die aktuelle Piublikation VCÖ-Publikation "In Gemeinden und Regionen Mobilitätswende voranbringen" des .... des VCÖ.

Mehr ... 

Nun wird es Zeit, dass wir uns in der Gemeinde mit dem Thema beschäftigen und mehr passiert.

Wie leben wir 2049?

Am 23. Februar hat Radio Vorarlberg eine Focus Sendung ausgestrahlt, die wir zum Nachhören empfehlen wollen. Aus der Sendebeschreibung: Gerald Koller, Risikopädagoge und Entwickler des Modells der Resonanzpädagogik, spricht in „Focus“ über das Thema: „360 Grad Respekt – für Generationen vor und nach uns, für Kulturen, Pflanzen und Tiere“. Gerald Koller lädt auf eine Zeitreise ins Jahr 2049 ein. Der 30. Jänner 2049 ist Kollers Kunstgriff, um individuelle, aber auch kollektive Veränderungen zu beschreiben. Es kommt nicht von ungefähr, dass Koller Greta Thunberg erwähnt: Die junge schwedische Klimaschutzaktivistin hat mit ihrem selbstbewussten Auftritt vor der Klimakonferenz im polnischen Kattowitz für Aufsehen gesorgt. Mit dem von ihr initiierten Schulstreik für das Klima möchte sie erreichen, dass Schweden das Übereinkommen von Paris einhält.

Link zur Sendung: https://vorarlberg.orf.at/radio/stories/2966170/

Insekten- und Vogelsterben

Anfang Februar haben viele Medien über das Insektensterben berichtet. Anlaß war eine australische Studie dazu. Am 12.2 war dazu der Botaniker und Biodiversitätsforscher Martin Lödl im ZiB 2 Interview. Auch Online berichtet der ORF: https://orf.at/stories/3111089/

Die Berichte und Reaktionen schätzen die Situation von "ökologischer Katastrophe" bis "Kollapsszenarien sind (noch) nicht nötig" ein.

Die Frage nach den Gründen beantwortet Lödl mit dem Verlust an normalen Lebensräumen. Der ergibt sich aus der industriellen Landwirtschaft mit den Äckern, die keinen Platz mehr für Gstettn (Brachland) ist, dem Einsatz von Insektiziden und Pestiziden und dem nicht aufhörenden Versiegelung von Böden. Er betont die Gefahr für das Netzwerk der Natur. Wenn da ein Baustein fehlt, beginnt das Netzwerk zu rutschen. Schlimm ist der Verlust jener Insekten, die für die Bestäubung notwendig sind.

Interessant, wie Wissenschaftler die Frage beantworten, wie man die Situation verbessern könnte. Sie schlagen vor, nichts zu tun. Keine Flüsse mehr begradigen, keine Tümpel trockenlegen, Wiese statt Rasen. Man soll die Landschaft einfach in Ruhe lassen.

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Verkleinern wir also unsere Rasenflächen, pflanzen wir einheimische Büsche und lassen doch öfters Unkraut und Brennesseln einfach stehen.

Was macht der Mord in Dornbirn mit Vorarlberg?

Lesen Sie dazu den klugen Kommentar von Johannes Rauch in der Online-Ausgabe der Tageszeitung "Der Standard" vom 9.2.2019. Im übrigen eine sehr lesenswerte Wochenendausgabe mit dem Schwerpunkthema "Zukunft".

und einen weiteren Kommentar von Heinz Vogel.

Mobilitätskarte

Anfang Februar wurde den Haushalten eine "Mobilitätskarte Klaus 2019" zugestellt. Zweck der Karte ist, mehr Menschen zur Benutzung des ÖPNV und innerorts fürs Gehen statt Fahren zu motivieren. Mehr ...  

Klimakonferenz in Katowice

Dieser vorher letzte Beitrag des Jahres 2018 soll, weil er so beeindruckend ist, auch am Beginn des Jahres 2019 stehen.

Seit der Weltklimarat im Oktober den Sonderbericht veröffentlicht hat, wird zumindest wieder über den Klimawandel geredet. Die politischen Delegierten auf der Weltklimakonferenz in Katowice hat der Bericht immer zu wenig beeindruckt. Die Ergebnisse sind ziemlich mager.

Aufsehen hat die Rede der 15-jährigen Greta Thunberg erregt. Ein 15-jähriges Mädchen aus Schweden wurde bekannt, weil sie immer wieder für einzelne tage die Schule schwänzt um für die dringend notwendigen Maßnahmen zum Schutz des Klimas zu kämpfen. Wie sie es geschafft hat, eine Rede auf der Klimakonferenz in Katowice zu halten, weiß ich nicht. Aber seit dieser Rede ist sie weltberühmt. Man kann die Rede auf mehreren Websites abrufen, hier der Link zu youtube (noch kann man die Werbung zum Glück überspringen): https://www.youtube.com/watch?v=LZmfkAX61BM

Die ins Deutsche übersetzte Rede im Wortlaut:

Mein Name ist Greta Thunberg. Ich bin 15 Jahre alt und komme aus Schweden. Ich spreche im Namen der Initiative «Climate Justice Now». Viele Menschen sagen, dass Schweden nur ein kleines Land ist und dass es egal ist, was wir tun. Aber ich habe gelernt, dass man nie zu klein dafür ist, um einen Unterschied zu machen. Wenn ein paar Kinder auf der ganzen Welt Schlagzeilen machen können, indem sie einfach nicht zur Schule gehen, dann stellt euch vor, was wir gemeinsam erreichen könnten, wenn wir es wirklich wollen würden.
Aber um das zu tun, müssen wir klar sprechen. Ganz egal, wie unangenehm das sein mag. Ihr sprecht nur von grünem, ewigem Wirtschaftswachstum, weil ihr zu viel Angst habt, euch unbeliebt zu machen. Ihr sprecht nur darüber, mit den immer gleichen schlechten Ideen weiterzumachen, die uns in diese Krise geführt haben. Und das, obwohl die einzige vernünftige Entscheidung wäre, die Notbremse zu ziehen. Ihr seid nicht einmal erwachsen genug, die Wahrheit zu sagen. Sogar diese Bürde überlasst ihr uns Kindern.
Aber mir ist es egal, ob ich beliebt bin. Ich will Gerechtigkeit in der Klimafrage und einen Planeten, auf dem wir leben können. Unsere Zivilisation wird dafür geopfert, dass ein paar wenige Menschen auch weiterhin enorme Summen an Geld verdienen können. Unsere Umwelt wird geopfert, damit reiche Menschen in Ländern wie meinem in Luxus leben können. Es ist das Leid vieler Menschen, das für den Luxus dieser wenigen Menschen bezahlt.
Im Jahr 2078 werde ich meinen 75. Geburtstag feiern. Falls ich Kinder habe, werden sie diesen Tag vielleicht mit mir verbringen. Vielleicht werden sie mich nach euch fragen. Vielleicht werden sie fragen, warum ihr nichts unternommen habt, solange es noch Zeit gab, um zu handeln. Ihr sagt, dass ihr eure Kinder über alles liebt. Und trotzdem stehlt ihr ihnen ihre Zukunft, direkt vor ihren Augen. Solange ihr euch nicht darauf konzentriert, was getan werden muss, sondern darauf, was politisch möglich ist, gibt es keine Hoffnung.
Wir können keinen Ausweg aus dieser Krise finden, wenn wir sie nicht wie eine Krise behandeln. Wir müssen die fossilen Brennstoffe im Boden lassen. Und wir müssen uns auf Gerechtigkeit konzentrieren. Und wenn Lösungen in diesem System so schwer zu finden sind, dann müssen wir vielleicht das System ändern.
Wir sind nicht hier her gekommen, um die Spitzenpolitiker der Welt anzubetteln. Ihr habt uns in der Vergangenheit ignoriert. Und ihr werdet uns wieder ignorieren. Euch gehen die Entschuldigungen aus. Und uns geht die Zeit aus. Wir sind hier her gekommen, um euch wissen zu lassen, dass Veränderung kommen wird, ob es euch gefällt oder nicht. Die echte Macht liegt bei den Menschen.

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