Mobilitätskarte - Online-Version

Motivation

1) Die Sorge um das Klima

2) Eine nüchterne Sicht auf das "Virus Auto"

3) Fußgänger und die Aufwertung der Fußwege

Verkehr als Hauptproblem bei der Reduktion der Treibhausgase

Auch die neuesten Zahlen zu den CO2 Emissionen sind im wahrsten Sinne des Wortes katastrophal. Trotz Klimaschutzabkommen steigen die Treibhausgasemissionen sowohl in Österreich als auch weltweit weiter an. 2017 war die Steigerung gegenüber dem Vorjahr in Österreich 3,3 %.

Die Veränderungen gegenüber 1990:

Energie und Industrie: + 1,0 %, Gebäude: - 35,1 %, Landwirtschaft: -13,3 %, Abfallwirtschaft: -33,3 % und Verkehr + 71,8%.

Damit ist klar, wo der Handlungsbedarf liegt. Es ist schon sonderbar. Während wir z.B. bei der Wärmedämmung und Raumheizung um jedes Zehntel beim U-Wert und beim Wirkungsgrad der Heizanlage kämpfen, fährt der überwiegende Teil noch immer mit dem privaten PKW durch die Gegend. Solar- und Photovoltaik-Anlagen sind gut und wichtig, wirklich Geld sparen kann man damit leider immer noch nicht. Dafür sind die Energiepreise immer noch zu niedrig. Während sich all diese wichtigen Maßnahmen Geld kosten spart jeder nicht gefahrene Kilometer bares Geld.

Virus Auto

Kürzlich hatte ich das Vergnügen, Hermann Knoflacher kennenzulernen. Er ist emeritrierter Professor und ehemaliger Vorstand des Institutes für Verkehrsplanung und Verkehrstechnik an der TU Wien. Er ist Mitglied des Club of Rome, ... und Fußgängervertreter der Vereinten Nationen. Er ist Autor mehrerer Bücher, darunter das Buch "Virus Auto". Auf dem Buchdeckel des Buches "Virus Auto" findet man folgenden Text:

Am Anfang stand das Auto für Modernität, Mobilität und Freiheit. Plötzlich konnte der Mensch Distanzen überwinden, ohne dafür Energie aufwenden zu müssen. Doch längst hat sich die Medaille gewendet.
Der Schaden, den das Auto unserer Umwelt und Gesellschaft zugefügt hat und zufügt, ist enorm. Wir haben zugelassen, dass Städte für Autos gebaut
und Landschaften zerstört wurden, denn wir alle sind befallen vom Virus Auto.
Der bekannte Verkehrsexperte HERMANN KNOFLACHER ist seit Jahrzehnten bekennender Autokritiker. Er liefert eine schonungslose und provozierende
Abrechnung mit dem faszinierenden Wunder Auto.

Erhältlich (auf Bestellung) in der Buchhandlung M&M, ISBN: 978-3-8000-7560-7

Fußgänger und Fußwege

Wer oft als Fußgänger unterwegs ist, entwickelt einen anderen Blick auf die Mobilitätskonzepte einer Kommune oder eines Landes. Dann beobachtet man oft fassungslos, wie sehr man alles für das Auto und nur wenig für den Fußgänger tut. Ich will da niemandem Nachlässigkeit unterstellen, niemandem Vorwürfe machen, nur jene Gedankenlosigkeit aufzeigen, die eine Folge jener Entwicklung ist, die Knoflacher kritisch beobachtet, untersucht und in seinen Büchern schildert.

Einige Beispiele dazu aus der Sicht des Fußgängers:

Nicht-Fußgänger meinen, bei Regen und Schnee kann man ja auf die Straßen ausweichen. Dem halte ich entgegen: Bei diesem Maßstab wäre die Straße durch den Kluser-Wald nach Götzis noch ein Feldweg, bei Schlechtwetter kann man ja über die Bundesstraße ausweichen.

Die Karte

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Fakten zur Mobilität

Klima und Verkehr

Die Klimakrise ist eine der größten Herausforderungen für die Menschheit. Die Zahlen der Einleitung in einer graphischen Darstellung des Umweltbundesamtes:

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Wir fahren also die Welt gegen die Wand und anstatt zu bremsen, sind wir seit 2014 wieder auf das Gaspedal getreten.

Mobilität der Zukunft

Die Mobilität der Zukunft setzt auf

Um die Klimaziele zu erreichen, müssen wir unsere gefahrenen PKW Kilometer mindestens halbieren. Mit dem Umstieg auf Öffis für alle Fahrten ohne größere Transportgüter geht das.
Strecken bis 1 km legen wir zu Fuß zurück, mit dem Fahrrad kann man selbst ohne E-Motor in der Ebene in 15 Minuten leicht 4 km zurücklegen.
Den zweiten Beitrag können wir durch unser Einkaufsverhalten leisten. Die Nahversorger werden nur überleben, wenn wir auch bei ihnen einkaufen. Achten wir darauf, dass die gekauften Produkte hochwertig sind, in der Nähe, fair und klimafreundlich produziert werden.
Es wird zu einer Frage des Überlebens, ob wir diese Wende schaffen oder nicht.

Raum- und Dorfplanung

Würde man heute ein Dorf am Reißbrett neu planen, dann hätte der Fußgänger absolute Priorität. Das würde bedeuten:

Auch in gewachsenen Strukturen muss man jede Möglichkeit nutzen, diese Konzepte zu unterstützen. Eine einfache und kostengünstige Maßnahme ist eine Aufwertung der Fußwege.

Gesundheit fördern statt CO2 produzieren

Die Entwicklung der mittleren Jahrestemperaturen ist dramatisch. Die Top 5 der wärmsten Jahre in Österreich sind: 2018, 2010, 2014, 2015 und 2016. Die Temperaturerhöhung im Alpenraum wird deutlich größer sein als das weltweite Mittel.

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Bild: Mittlere Jahrestemperatur in Feldkirch

Mit täglich 2 km flottem Gehen leisten wir einen ungemein nützlichen Beitrag für unsere Gesundheit und vermeiden gegenüber dem Auto klimaschädliche CO2 Emissionen.
Während ein Auto pro Personen-Kilometer ca. 12 Cent externe Kosten verursacht, bringt der/die FußgängerIn über die Gesundheitskosten einen volkswirtschaftlichen Nutzen von ca. 10 Cent pro km.

Fußwege in Klaus

Die Fußwege in Klaus ergeben sich zum überwiegenden Teil aus Wegerechten, die durch Gewohnheitsrecht entstanden sind. D.h. der Weg wurde über mehr als 30 Jahre regelmäßig benutzt. Genauso erlischt ein Wegerecht, wenn der Weg 30 Jahre lang nicht benutzt wird, bzw. die Berechtigten 3 Jahre gegen die Sperrung des Weges keinen Einspruch erheben. Bei den letzten Umwidmungen wurden Fußwege als öffentliche Verkehrsfläche parzelliert.
In unregelmäßigen Abständen pflegt die Gemeinde (sofern es der Besitzer erlaubt !!) ausgewählte Wege. Für Teile des Fußwegnetzes gibt es auch einen Winterdienst. Mag sein, dass unser Rechtssystem fallweise bei einem Sturz eine Haftung des Grundbesitzers sieht. Manche schützen sich durch eine Tafel "Durchgang auf eigene Gefahr". Für unsere Fortbewegung können wir aber auch selber die Verantwortung übernehmen.
Trotz dieser Schwächen sind diese Fußwege ein Schatz aus der Zeit, als die Menschen noch zu Fuß gegangen sind, den man pflegen und aufwerten muss.

Im Hohlweg steht noch dieser Wegweiser:

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Er weist auf Teile eines Fußweges, der über die Klaus auf kurzem Weg mit der Kirche in Weiler verbindet und zwei Gasthäuser passiert.

V VV - Verkehrs-Verbund Vorarlberg

Der öffentliche Verkehr hat in Vorarlberg eine hervorragende Qualität. Auch deshalb, weil er durch Land und Gemeinden gefördert wird. Klaus zahlt jährlich netto ca. 130.000 Euro in diesen Topf. Diese Mobilitätskarte ist ein Plädoyer für die Nutzung dieses Angebotes. Die Karte zeigt, dass man in Klaus fast von jedem Ort aus eine Haltestelle in weniger als 5 Minuten erreichen kann. An Werktagen fahren die Linien 59 und 60 zeitversetzt im Halbstundentakt. Nach Götzis oder Rankweil ergeben sich dadurch 4 Verbindungen innerhalb einer Stunde. Die Anschlüsse an den Bahnhöfen Klaus und Götzis mit Umstiegs-Zeiten von wenigen Minuten sind gut.
Ab Klaus Ortsmitte ist man in 26 Minuten im Zentrum von Feldkirch, in 33 Minuten am Marktplatz in Dornbirn, in 45 Minuten in Bregenz am Kornmarktplatz und in 1 Stunde 16 Minuten in Schruns.
Mit dem Maximo Ticket im ganzen Land Bus und Bahn zu benutzen, ohne über einen Fahrschein nachdenken zu müssen, hat eine Qualität, die man nicht mehr missen will. Oder mit FAIRTIQ vmobil - der preisgekrönten einfachsten Fahrkarte Österreichs einsteigen und später zahlen.

Quellen

Das Datenmaterial dieser Karte stammt aus folgenden Quellen:

VOGIS - Vorarlberg-Atlas: http://vogis.cnv.at
BASEMAP: www.basemap.at
ZAMG - HISTALP http://www.zamg.ac.at/histalp/
Landesvermessungsamt Vorarlberg
VCÖ - Mobilität mit Zukunft: www.vcoe.at
Verkehrsverbund Vorarlberg: www.vmobil.at

Die eingezeichneten Fußwege sind zum überwiegenden Teil im VOGIS Atlas (Stand Jänner 2019) und in der verwendeten Basemap-Basis-Karte festgehalten. Hier findet man eine Anleitung, wie man im VOGIS die Fußwege sichtbar macht. Ich habe mich da darauf verlassen, dass die Karten am neuesten Stand sind. Für Wege, die man in diesen beiden Karten nicht findet, gibt es gesicherte Informationen über die langjährige Benutzung des Weges.

Errata

"Reißbrett" statt "Reisbrett": Peinlich für mich als Ingenieur, der noch selber am Reißbrett gezeichnet hat, dieses Wort falsch zu schreiben.

Für Informationen zu etwaigen (weiteren) Fehlern bin ich dankbar. Das würde ich hier in die Liste der Fehler aufnehmen und in einer allfälligen Nachfolgekarte natürlich richtig stellen.

Karlheinz Zeiner